Sie kamen nach Kafarnaum. Als er dann im Haus war, fragte er sie: Worüber habt ihr auf dem Weg gesprochen? Sie schwiegen, denn sie hatten auf dem Weg miteinander darüber gesprochen, wer der Größte sei. Da setzte er sich, rief die Zwölf und sagte zu ihnen: Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein.
Und er stellte ein Kind in ihre Mitte, nahm es in seine Arme und sagte zu ihnen: Wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt nicht nur mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.
(Markusevangelium 9,33-37)

"Und er stellte ein Kind in ihre Mitte ..."

Jesus macht mit einer ebenso einfachen wie starken Geste klar, dass im Reich Gottes andere Maßstäbe und Prinzipien gelten als in den damals wie heute geläufigen politischen und gesellschaftlichen Zusammenhängen:

Das Kind in der Mitte symbolisiert eine Umwertung geltender Werte und ist zugleich eine beschämende Antwort auf die Frage nach Größe und Ansehen.
Das Kind in der Mitte rückt das Schwache, Gefährdete, Wehrlose und damit Schutzbedürftige ins Zentrum.
Das Kind in der Mitte steht für einen empfangenden Glauben, angewiesen auf Gottes Gnade, für die Grenzen der Macht und des Machbaren.
Das Kind in der Mitte macht für mich deutlich, dass wir Gesellschaft und Kirche niemals mit dem Reich Gottes gleichsetzen können – zu sehr sind wir unseren bürgerlichen Strukturen verhaftet, denken kleinlich in den Kategorien von „oben“ und „unten“, wollen „groß“ rauskommen und streben nach Macht. Und das gilt eben auch für die Kirchen, die sich doch am stärksten dem Anspruch Jesu verpflichtet sehen müssten – nach außen, aber genauso nach innen ...

Wie weit sind wir vom Reich Gottes entfernt, das doch mit Jesus „mitten unter uns“ begonnen hat? Wo bleibt der Blickwechsel? Die Perspektive Jesu? Bleiben nicht oft genau die auf der Strecke, die Jesus ins Zentrum gestellt hat?

Die Caritas-Sammlung im September macht unter der Thematik „Kinderarmut wohnt nebenan“ auf eine gesellschaftliche Entwicklung „mitten unter uns“ aufmerksam, die wir oft übersehen, auch weil sie sich versteckt ...

Nur ein Beispiel, wo wir als Christenmenschen einfach hinschauen, umdenken und handeln können. Ganz im Geiste Jesu: „Und er stellte ein Kind in die Mitte“.

Es grüßt Sie
Robert Schilk, Pastoralreferent

 

 

 

 

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