"Der Herr öffnete ihr das Herz" (Apg 16,14)

Bild: Kathilda In: Pfarrbriefservice.de

Was mich in letzter Zeit häufig beschäftigt ist das Stichwort „Ausgrenzung“. Wir Menschen neigen dazu, in vielen Lebensbereichen Grenzen zu ziehen. Wir ziehen Grenzen um uns vermeintlich sicherer zu fühlen, wir ziehen Grenzen, weil wir Angst vor etwas haben, wir ziehen Grenzen damit unsere Umwelt überschaubar bleibt. Grenzen zu ziehen kann auch etwas Gutes sein, etwa um eben die Übersicht zu behalten oder sich auf eine Sache konzentrieren zu können. Leider ist uns dieses Grenzen ziehen auch eigen, wenn die Grenzen, die wir ziehen, andere ausschließen.

Papst Franziskus hat in einer Predigt zu diesem Thema gesagt: „als Christen haben wir nicht das Recht dazu, die anderen auszuschließen und über sie zu urteilen. Schon deshalb, weil das ausschließende Verhalten die Wurzel des Übels aller Kriege ist, seien sie nun groß oder klein.“ Weiterhin bittet er „um die Gnade, Männer und Frauen zu sein, die stets einschließen – immer! – im Rahmen einer gesunden Vorsicht, aber trotzdem immer“. Man darf niemals irgendjemand die Tür vor der Nase zuschlagen, sondern soll immer ein offenes Herz haben. Und man kann sagen, das gefällt mir, das gefällt mir nicht, wobei man aber trotzdem das Herz offenhalten soll.“

Ich finde, wenn wir uns diese Haltung im Austausch, im Zusammenleben, in der kritischen Auseinandersetzung zu eigen machen, dann sind wir auf einem guten Weg. Gewiss weiß ich, dass es in der Gesellschaft, in der Kirche und natürlich auch in unseren Familien viele Themen gibt, wo gegensätzliche Meinungen, andere Weltanschauungen und verschiedene Kirchenbilder aufeinanderprallen. Wichtig sind Papst Franziskus in diesem Moment nicht die Meinungen, sondern die Art und Weise, wie wir uns begegnen, nämlich mit einem Herz, das offen ist für unser Gegenüber. Das Herz zu öffnen, heißt, dass ich in der Lage sein muss, auch eine andere Meinung, sofern
sie eben nicht ausgrenzend ist, stehen zu lassen und mich möglicherweise auch von dieser anderen Meinung inspirieren zu lassen.

„Der Herr öffnete ihr Herz“ können wir in der Apostelgeschichte etwa über Lydia lesen und so können wir uns einüben freier zu denken. Freiheit in Jesus Christus kann uns dazu befreien, dass wir uns von seinem Evangelium beschenken lassen und seiner friedliebenden Botschaft folgen. Jesus ist oft angeeckt, aber Hass und Abgrenzung können wir in seiner Botschaft nicht finden!

Seit 2015 bin ich im Dekanat Allgäu-Oberschwaben Jugendseelsorger und habe in den Seelsorgeeinheiten im Landkreis Ravensburg viele Jugendgruppen kennengelernt, sehr viele Jugendgottesdienste gefeiert, schöne Aktionen erlebt, tolle Freizeiten mitgemacht und manche Abende im Diskurs am Lagerfeuer verbracht. Diese Zeit hat mir auch gezeigt, dass es gerade auch die jungen Menschen sind, die zu neuen Ufern aufbrechen, Althergebrachtes hinterfragen und nach den Rändern der Gesellschaft schauen. Ein Jugendgottesdienst zum Thema Grenzen, das Erleben der Armenfürsorge im Klösterle, die sozialen Projekte der 72-h-Aktion und vieles mehr, haben mir gezeigt, dass wir da gemeinsam auf einem sehr guten Weg sind.

Dieser Weg geht weiter. Aber wie das im Leben so ist, ist es manchmal an der Zeit weiterzuziehen und Aufgaben in jüngere Hände zu legen. Ende September werde ich als Jugendseelsorger aufhören und mich im Jugendgottesdienst am 14. Juli, 18 Uhr in Amtzell auf dem Kapellenberg (siehe Einladung Seite 27) und am 1. September um 9 Uhr im Gottesdienst in St. Ulrich und beim anschließenden Kirchenkaffee von ihnen verabschieden. Mein Nachfolger wird Gemeindereferent Georg Wößner, derzeit in der Seelsorgeeinheit „An der Argen“ tätig, werden, der sich ihnen im September vorstellen wird. Nach einer Auszeit (Urlaub und Elternzeit) werde ich ab dem 1. Januar 2020 Diakon in Leutkirch sein.

Ich bin sehr dankbar für die vielen schönen Erlebnisse, die ich hier haben durfte. Sei es mit den Jugendlichen in den Jugendgruppen und bei der Jugendkirche #followhim, sei es mit Familien z. B. bei der Tauf- oder Ehevorbereitung, oder mit den Kindern bei den Schülergottesdiensten, sei es, wenn ich Menschen in Freud und Leid begleiten und mit ihnen Gottesdienst feiern durfte. Ihnen allen und mir wünsche ich weiterhin ein „offenes Herz“ und die Bereitschaft dazu, die Botschaft Jesu als befreiend für ihr Herz und ihre Seele sein zu lassen!

Ihr

Diakon Philipp Groll

 

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