WEIHNACHTSGEDANKEN

„Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seines Wohlgefallens. Und es geschah, als die Engel von ihnen in den Himmel zurückgekehrt waren, sagten die Hirten zueinander: Lasst uns nach Betlehem gehen, um das Ereignis zu sehen, das uns der Herr kundgetan hat! So eilten sie hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag.“
(Lk 2, 13-16)

Die Weihnachtsgeschichte nach Lukas beginnt ganz profan mit der Beschreibung der politischen Situation: Kaiser Augustus lässt zu Besteuerungszwecken eine Volkszählung machen, weshalb Josef sich zusammen mit Maria, seiner hochschwangeren Verlobten, nach seiner Heimatstadt Betlehem aufmachen musste. Augustus galt als Friedenskaiser. Als Jesus geboren wurde, herrschte gerade Friede im ganzen Römischen Reich. Aber es war ein mit Krieg errungener Friede. Volkszählung und Steuerlisten dienten letztlich auch der Kriegskasse.

Vor 70 Jahren, am 10. Dezember 1948, beschlossen die Vereinten Nationen nach zwei verheerenden Weltkriegen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Sie hat zwar bis heute nur den Charakter unverbindlicher Empfehlungen. Das Recht auf Meinungs- und Religionsfreiheit steht in vielen Staaten leider nur auf dem Papier; andere Rechte auch, sogar das „Recht auf Leben“, auf das nach dieser Erklärung jeder „ohne irgendeinen Unterschied“ Anspruch hat, solange etwa die Todesstrafe in vielen Staaten Praxis ist. Und trotzdem war es ein großer Fortschritt, auf Jahrzehnte voll Unfriede und Unmenschlichkeit mit einer Erklärung zu antworten, die weiß, dass Friede auf Recht und Gerechtigkeit gründet, und deren erster Satz lautet: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“ Besonders wichtig scheint mir das Wort „geboren“: Nicht weil andere Menschen sie ihm zusprechen, hat jeder Mensch Würde und Rechte – und freilich auch Pflichten - , sondern sie sind ihm angeboren oder „eingeboren“.

Was wir nicht von anderen haben, haben wir von Gott: Würde. Die Würde des Menschen, die von Gott ist, kann keiner einem anderen nehmen, aber Menschen können sie ehren oder, indem sie gegen sie handeln, entehren. Was aus der Würde folgt, die Menschenrechte, gibt es aber nur, wenn Mächtige, die Staaten voran, sie Menschen auch gewähren. Von Gottes Ehre und der Menschen Würde singen die Engel der Weihnacht: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seines Wohlgefallens“.

Singen wir an Weihnachten wie die Engel das Lied von der Ehre Gottes! Eilen wir wie die Hirten nach Betlehem, um in dem Kind in der Krippe beides zu betrachten und zu bestaunen: die von Gott her kommende Würde des Menschen und die Verletzlichkeit seiner Rechte, seine innere Größe und seine äußere Bedürftigkeit! Ehren wir jene Größe und eilen wir der Bedürftigkeit unseres Nächsten zu Hilfe, und seien wir so Menschen seines Wohlgefallens, denen für jetzt und immer ein Friede verheißen ist, den kein Kaiser jemals machen konnte und kein Mensch mehr jemals ganz zerstören kann.

Mit herzlichen Segenswünschen zu Weihnachten und für das Neue Jahr!

Ihr Pfarrer
Claus Blessing

 

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