Der hl. Ulrich von Augsburg - Patron unserer Kirche

Ursprünglich sollte unsere Kirche St. Antonius heißen, doch nach Anhören der Gläubigen wurde dem Ordinariat der heilige Ulrich als Kirchenpatron vorgeschlagen. Im Allgäu hat die Verehrung des hl. Ulrich eine lange Tradition. Darstellungen des Heiligen finden sich in Wangen u. a. in der St. Martins-Kirche und in der Friedhofskapelle St. Wolfgang. Außerdem gibt es in Wangen seit 1515 eine Ulrichsbruderschaft, die bis heute um den Gedenktag des Heiligen (4. Juli) in unserer Stadt zusammenkommt.

In Möggers (Vorarlberg) – unweit von Wangen – gibt es eine 1000jährige Ulrichsquelle / Ulrichskapelle, die mit einer Legende des hl. Ulrich verknüpft ist (www.pfarre-moeggers.info/kapelle). Diese Legende findet sich auch als Inschrift auf der Ulrichsstatue am Ulrichsbrunnen vor unserer Kirche (1989 errichtet, Bildhauer: Siegfried Haas, Rottweil):

Ulrichslegende

Um 907 war der junge Ulrich in Dillingen auf Heimaturlaub gewesen. Beim Rückweg nach Sankt Gallen, wo er im Kloster studierte, kam er ins Allgäu. Dorthin zog es ihn, wo einst bei Scheidegg vor 300 Jahren Gallus seinen Schüler Magnus verabschiedet hatte, damit er Christus predige. Der steile Weg führte über den waldigen Pfänderrücken nach Möggers. In der heißen Wildnis fühlte Ulrich sich nach dem Aufstieg so erschöpft, dass er auf die Knie sank. Er flehte Gott an um einen Trunk Wassers. Sein Vertrauen erfüllte sich: Vor ihm sprudelte eine muntere Quelle aus dem Boden. Sie stärkte ihn so, dass er seinen mühsamen Weg fortsetzte und gut bis zu den Brüdern nach St. Gallen gelangte.

Ulrich von Augsburg - Bischof und Reichsfürst

1. Abstammung und Familie

Aufgrund der Quellenlage ist es nicht möglich, einen Stammbaum der Familie Ulrichs mit letzter Sicherheit aufzustellen. Vater: Hupald (+ um 908); Mutter: Dietpirch (begraben in Wittislingen am Stammsitz der Familie) In der Ulrichsvita (des Propstes Gerhard) heißt es: „Ulrich entstammte einem hochadeligen alamannischen Geschlecht und war das Kind frommer und edler Eltern“.

2. Der Geburtsort

Burg von Wittislingen/Krs. Dillingen an der Donau (am Platz der heutigen Pfarrkirche) war Wohn- und Stammsitz der Eltern Ulrichs. Allerdings ist der Geburtsort Ulrichs nicht mit Sicherheit überliefert. Für Wittislingen spricht allerdings mehr als für Augsburg (wie oft angegeben). Geburtsjahr: 890.

3. Kindheits- und Jugendjahre

Ca. 900 schickten seine Eltern den zehnjährigen Ulrich zur Erziehung und Ausbildung in das berühmte Benediktinerkloster St. Gallen. Ulrich hielt sich von 900 - ca. 907 in St. Gallen auf. Nach Beendigung seiner Ausbildung nimmt ihn der Augsburger Bischof Adalbero (887-909) als Kämmerer der bischöflichen Güter in Dienst. 908/909 unternimmt Ulrich eine Romreise, begegnet Papst Marinus und erfährt vom Tod Bischof Adalberos (+ 28. 04. 909). Ulrich weigert sich, die Nachfolge Adalberos anzutreten, die ihm der Papst anträgt. Stattdessen wird Hiltine neuer Bischof. Ulrich verläßt den bischöflichen Hof und widmet sich in den folgenden Jahren des umfangreichen Witwengutes seiner Mutter Dietpirch in Wittislingen. Zwischen 920 und 922 trifft er die Einsiedlerin Wiborada, die in einer Klause bei St. Gallen lebt. Sie prophezeit ihm, dass er Bischof werden wird. 923 stirbt Bischof Hiltine und Ulrich wird Bischof von Augsburg. Am 28. 12. 923 empfängt Ulrich die Bischofsweihe (wahrscheinlich in Mainz).

4. Der Bischof

Augsburg war damals eine kleine Ansiedlung. Als Ulrich 923 sein Bischofsamt antritt, herrscht beim Domklerus und den bischöflichen Eigenleuten große Not. der Dom war durch die wiederholten Ungarnangriffe teilweise zerstört. Ulrich versucht, die mit der Notzeit verbundene religiöse und wirtschaftliche Krise zu überwinden. Treibende Kraft für sein Tun war seine tiefgeistige und geistliche Einstellung. In benediktinischer Spiritualität erzogen (St. Gallen), blieb das monastische Leitbild für sein ganzes Leben und seine Lebensführung (persönliche Anspruchslosigkeit) richtungsweisend.

Ulrich verrichtet, wann immer er kann, das Chorgebet zusammen mit dem Domklerus.Er feiert täglich zwei oder drei heilige Messen und hält während der Fastenzeit ein strenges Fasten. Die Liturgie ist ihm ein ganz zentrales Anliegen (vor allem die Kar- und Osterliturgie).

Noch mehr als der Liturgie gilt Ulrichs Sorge den ihm anvertrauten Menschen, Klerikern und Laien: Domschule zur Ausbildung; Seelsorgereisen in die Pfarreien der Diözese; regelmäßige Treffen mit den Priestern der „Dekanate“; zwei Diözesansynoden im Jahr ... Hart prangert Ulrich die Missstände in der Lebensführung der Kleriker an: Jagdleidenschaft, öffentliche Gelage in Wirtshäusern, Konkubinat, Händel und Streitigkeiten ... Im ganzen Bistum lässt Ulrich Kirchen errichten bzw. wiederaufbauen.

Enge Freundschaft verbindet Ulrich mit den Bischöfen Konrad von Konstanz, Starchand von Eichstätt, Wolfgang von Regensburg und Abt Werinhar von Fulda. Ulrich weiht in seiner Amtszeit viele Bischöfe anderer Diözesen. Ulrich pflegt ein besonderes Verhältnis zu den Klöstern in seiner Diözese (Feuchtwangen, Füssen, Habach, Wörth/Staffelsee, Kempten, Ottobeuren ...)

Die Fürsorge für Arme, Kranke und Waisen liegen Ulrich besonders am Herzen ...

5. Der Reichsfürst Ulrich als Verteidiger von Augsburg 955

Am 10. August 955 - nachdem Ulrich mit seinen Mannen den Angreifern der Stadt massiven Widerstand geboten hatten - kommt es zur entscheidenden Schlacht auf dem „Lechfeld“ (das sich nicht genau lokalisieren lässt) zwischen den Ungarn und dem Heer König Ottos, das zahlenmäßig weit unterlegen ist.

6. Lebensende / Tod und Begräbnis

Seit 970 lassen die Kräfte des greisen Bischofs mehr und mehr nach. Adalbero, sein Neffe, den er eigentlich zum Nachfolger ausersehen und dem er schon viele Aufgaben im Bistum übertragen hat, stirbt unerwartet. Noch einmal liegt auf Ulrich die Last der schweren Aufgabe. Vor seinem Tod vermacht Ulrich den Großteil seiner persönlichen Habe.

Am 4. Juli 973 stirbt Ulrich auf einem Aschenkreuz am Boden liegend. Er wird am 7. Juli durch Bischof Wolfgang von Regensburg in der Gruft der neuerbauten Afrakirche in Augsburg beigesetzt.

Am 31. Januar 993 - bereits 20 Jahre nach seinem Tod - wird Ulrich im ersten förmlichen, prozessual vorbereiteten Kanonisationverfahren von Papst Johannes XV. heiliggesprochen

Schon bald nach seinem Tod wurde Ulrich weit über das Bischof Augsburg hinaus verehrt. Viele Menschen tragen seinen Namen, Orte und Kirchen sind nach ihm benannt. Er wurde zum Winzer-, Weber-, Fischer-, Wetter-, Wasser- und Reise-Patron. Angerufen wird der Heilige bei schwerer Geburt, gegen Widerwärtigkeiten, Tobsucht, Tollwut, Fieber, Körperschwäche, Ratten- und Mäuseplage. Unheil aller Art soll das „Ulrichs-Kreuz“ bannen. Gegen Augenerkrankungen suchte man Heilung bei den weitverbreiteten Ulrichsbrünnlein (siehe oben), die auf die Fürbitte des Heiligen entsprungen sein sollen.

 

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