Kleine Kirchenführung

Die Kirche St. Ulrich ist ein Gotteshaus, das auf den ersten Blick sicher nicht mit der Ausstrahlung eines gotischen Münsters oder einer der zahlreichen Barockkirchen Oberschwabens konkurrieren kann.

Sie ist ein eher schmucklos und funktional gehaltener Bau, eine der typischen „Hallenkirchen“ der 50er/60er-Jahre des letzten Jahrhunderts.

Nach dem zweiten Weltkrieg suchten Heimatvertriebene und junge Familien in unserer Stadt ein neues Zuhause. Im Nordwesten von Wangen entstanden die Siedlungen Praßberg (später auch Waltersbühl) und Wittwais. Anfangs noch von der „Muttergemeinde“ St. Martin betreut erwachte bald der Wunsch nach einer eigenen Kirche und Pfarrei:

Am 28. September 1958 wurde der Grundstein zum Bau der neuen Kirche gelegt. Bischof Dr. Carl-Joseph Leiprecht konnte die Kirche schließlich am 22. November 1959 auf den Namen des heiligen Ulrich weihen.

Im Allgäu hat die Verehrung des heiligen Bischofs Ulrich von Augsburg (890 – 973) eine lange Tradition. Außerdem gibt es in Wangen seit fast 500 Jahren eine Ulrichsbruderschaft, die bis heute um den Gedenktag des Heiligen (4. Juli) in unserer Stadt zusammenkommt. Der Ulrichsbrunnen auf dem Kirchenvorplatz stellt eine Szene aus der Legende des Heiligen dar.

Hier finden Sie mehr über diese Legende und über das Leben und Wirken des hl. Ulrich.

Im Zuge einer grundlegenden Innenrenovation und Umgestaltung erhielt die Kirche im Jahre 1978 ein völlig neues Gesicht. So wurde der gesamte Altarraum mit Altar, Ambo und  Tabernakelstele neu geschaffen.

Seit dieser Zeit haben auch zwei besondere Kunstwerke als Gabe der Stadt Wangen in der Ulrichskirche ihren Platz gefunden: Das von Hans Zürn d. Ä. geschaffene Holzkreuz und die Mariensäule aus der Wangener Herrenstraße.

Wir laden Sie ein, unsere Kirche ein wenig zu erkunden. Vielleicht findet sich auf den zweiten, dritten Blick doch so mancher „Schatz“ in ihr . . . Ein paar kleine Hinweise sollen Ihnen dabei helfen.

Vor allem anderen aber ist eine Kirche ein „Haus des Gebetes“ und lädt zum Verweilen und „inneren Betrachten“ ein. Auch dazu möchte diese Seite hinführen und anleiten . . .

Altar – Ambo - Tabernakel: Orte der Gegenwart Gottes

Die geistliche Mitte einer Kirche ist der Altar. Auf ihm wird in jeder Eucharistiefeier das Geheimnis unseres Glaubens vollzogen: „Deinen Tod, o Herr, verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir!“ Um den Altar versammelt sich die Gemeinde und feiert mit Jesus Abendmahl – seine Hingabe an die Menschen. Im Zeichen von Wein und Brot ist Christus in seiner Gemeinde gegenwärtig und lebendig. Der massive Block aus rotem Sandstein – auf den ersten Blick ein unverrückbares Monument - lässt in seiner Form dennoch den Abendmahlstisch aus „Mensa“ und „Stipes“ (Füße) erkennen. Zugleich wendet sich die vordere Höhlung des Altars wie das offene Grab des Ostermorgens der Gemeinde zu: Jede Messfeier wird zu einem „Fest der Auferstehung“, jeder Sonntag ist für Christen eine Osterfeier.

 

Die Sedilien für den Priester, die Ministranten und die anderen Dienste sind im Halbkreis um den Altar gruppiert. Die auf ihnen Platz nehmen, tun dies stellvertretend für die ganze Gemeinde, die sich betend und feiernd um Christus sammelt.

Ambo und Tabernakelstele – aus demselben Schwarzwälder Sandstein gehauen – bilden mit dem Altar nicht zufällig eine Diagonale: Sie sind auf das bezogen, was auf dem Altar geschieht.

 

Der Ambo – rechts vom Altar - symbolisiert den „Tisch des Wortes“, die Gegenwart Gottes in der Heiligen Schrift. Die Bibel bezeugt, wie Menschen zu anderen Zeiten und in ganz unterschiedlichen Situationen die Nähe Gottes als tröstend, stärkend, frohmachend, heilend und befreiend erfahren haben. Und dasselbe geschieht heute: Menschen hören die Worte der Schrift als „Wort des lebendigen Gottes“, das ihrem Leben Sinn und Halt gibt.

 

 

Die Tabernakelstele im linken Altarraum ist den mittelalterlichen „Sakramentshäuschen“ nachempfunden. Im Tabernakel („Zelt“) bewahren wir den größten „Schatz“ unserer Kirche auf: Christus selbst  ist und bleibt im Zeichen des Brotes mitten unter uns.

 

 

In diesem Zeichen beten wir ihn an; in diesem Zeichen verschenkt er sich an die älteren und kranken Menschen unserer Gemeinde, die nicht mehr zum Gottesdienst kommen können. Viele erfahren Kraft und Trost aus dem Empfang der Kommunion, so wie der Prophet Elija neuen Lebensmut bekam als der Engel ihn aufforderte: „Steh auf und iss! Sonst ist der Weg zu weit für dich“ (1 Könige 19,7). Diese Szene ist auf unserem Tabernakel dargestellt. Auch die bronzene Ewiglichtampel rechts über dem Tabernakel symbolisiert Gegenwart Gottes. Die Taube steht für Gottes lebensspendenden Geist, der mit seinen vielfältigen Gaben in unserer Gemeinde wirkt. Altar, Ambo, Tabernakelstele und Osterleuchter schuf 1978 der in Wangen aufgewachsene Rottweiler Bildhauer Siegfried Haas (1921 - 2011).

 

Das Kreuz - Zeichen unseres Heils

Das eindrucksvolle Holzkreuz über dem Altarraum stammt aus der Werkstatt der berühmten Waldseer Künstlerfamilie Zürn (Hans Zürn d.Ä, 1613). Es gehörte  ursprünglich zu einem Bildstock an der Isnyer Straße. Dort hängt heute eine Kopie davon. Das Kreuz, unter das wir Christen uns stellen, erinnert uns daran, dass Gott in die dunkelsten Abgründe menschlicher Not und Verzweiflung hinabgestiegen ist. Es ist aber zugleich das Zeichen des Sieges über den Tod und alle lebensfeindlichen Mächte dieser Welt: Zeichen der Hoffnung und des Lebens.

 

Maria - Bild des erlösten Menschen

Rechts vom Altarraum begegnet uns Maria in zweifacher Gestalt: Als leidende Pietà (eine Arbeit aus dem 16. / 17. Jahrh.) und als erlöste Gottesmutter mit Sternen bekränzt (vgl. Offenbarung 12,1)  – eine Plastik („Immaculata“), die der Wangener Bildhauer Willy Blaser (1892-1916) in Nachbildung einer Originalsäule aus dem Jahr 1738 für die Herrenstraße geschaffen hat. Maria wird uns vor Augen gestellt als Bild des leidenden und des erlösten Menschen. An ihr hat Gott schon „Großes“ getan. Er wird es auch an uns tun.

 

Die Kirchenfenster - Licht für den "inneren Raum"

Otto Habel (1922-1996) schuf die hohen Fenster unserer Kirche, die den eher dunkel gehaltenen Raum in das helle Licht der Sonne tauchen und an die Wände gelegentlich ein buntes Farbenspiel zaubern. Drei große Motive werden in den weitgehend abstrakt gehaltenen Fenstern angesprochen: Kreuz / Auferstehung (seitlich des Altarraums), Pfingsten (große Fensterfront an der nordöstlichen Seitenwand) und Taufe (beim Taufbrunnen).

Der Kreuzweg - Seht, was für ein Mensch

Der Kreuzweg zieht sich als mächtiges Sandstein-Relief an der Südwand von St. Ulrich entlang. Der Saulgauer Künstler Prof. Joachim Hämmerle (* 1940) schuf dieses Werk 1966 für unsere Kirche. Ganz konzentriert auf die Gestalt des einsam leidenden Christus können die 15 Stationen zu Betrachtung und Meditation auch eigener „Lebenskreuzungen“ anregen. Am Ende des Weges steht auch hier das Leben: kein spektakuläres, sondern fast „alltägliches“ Auferstehungsbild. Gleichsam aus dem Stein herauswachsend setzt dieser Kreuzweg ganz stark auf die Wirkung des Materials und von Licht und Schatten.

 

Der Taufbrunnen - Wasser des Lebens

Der Taufbrunnen im hinteren Bereich der Kirche stammt noch aus der Zeit vor der Umgestaltung des Innenraums 1978. An den Seiten dargestellt ist die Vertreibung aus dem Paradies, die Taufe und die Auferstehung Jesu. Im Zeichen der Taufe beginnt der Weg des Christen: Wir sind hineingeworfen in eine Welt, die keines-wegs paradiesisch ist. Doch inmitten des Unheils dieser Welt leben wir immer schon mit der Verheißung des „Lebens in Fülle“. Dieses Leben hat uns Gott in der Auferstehung Christi geschenkt. Wer auf seinen Namen getauft wurde, ist bereits neu geschaffen. Dem Taufbrunnen diagonal gegenüber steht die Mariensäule: Der Mensch in Gottes Herrlichkeit. Das ist unsere Hoffnung!                                    

Aktuelles

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St. AndreasDonnerstag, 13. Dezember, 07.50 UhrSchülergottesdienst
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St. AndreasDonnerstag, 13. Dezember, 13.30 UhrHeilige Messe für Senioren
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