Pfarrkirche St. Kilian und Ursula in Karsee

von Walter Scheffold, Karsee

Unser erster Chronist war Pfarrer Joseph Benedikt Feuerstein, geboren in der Gegend des Berges Feuerstein im Großen Walsertal. Von Abt Sebastian Hyller vom Kloster Weingarten wurde er 1691 zum Pfarrer von Karsee ernannt. Pfarrer Feuerstein beginnt auch 1691 die Chronik der Pfarrei Karsee. Eine ursprünglich erste Chronik fand er in einer Kiste, die wegen des 30jährigen Krieges im Boden versteckt war und schrieb diese neu auf. Darin erwähnt Feuerstein, dass im Jahre 1190 mit dem Bau der Kirche in Karsee begonnen wurde und dass diese 1194 vom Konstanzer Bischof Diethelm von Krenkingen geweiht wurde.

Eine Legende erzählt: Ursprünglich wollte der freie Gutsherr Dierenrain vom heutigen Hof Baumann eine Pfarrkirche in seiner Umgebung auf der Anhöhe errichten. Das Bauholz wurde jedoch wiederholt über Nacht unten im Tal ausgefunden. Schließlich errichtete man die Kirche im Tal.

Im Altarraum der Kirche, an der rechten Wandseite, befindet sich ein mittelalterliches Fresko mit Bildern, das aus der Zeit vor 1400 stammen dürfte. Es wurde bei der Renovation 1956 wieder entdeckt und freigelegt und 1999 so aufgefrischt, dass die Bilder einigermaßen erkennbar sind.

Das Kreuzigungsbild am Hochaltar mit Maria und Maria Magdalena, Johannes und Longinus unter dem Kreuze wurde 1885 von dem aus Wangen stammenden Maler Moriz Jakob geschaffen.

Ebefalls von einem Wangener Künstler - Josef (Beppi) Braun - stammt das Deckengemälde der Kirche von 1956, das die Heilige Familie auf der Flucht nach Ägypten zeigt.

Das große Kreuz in der Mitte der Kirche (4,40 m hoch) mit dem überlebensgroßen Christus (2,00 m) und die "Schmerzhafte Muttergottes" (1,70m) sollen aus der Zeit um 1480 stammen.

Der Taufstein aus schwarzem Marmor dürfte wesentlich älter sein als bisher (um 1800) angenommen, ebenso die dazu gehörige Taufgruppe mit Jesus und Johannes dem Täufer. Pfarrer Greyßing hat den Taufstein um 1785 erworben.

Die jetzigen Statuen der Heiligen Kilian (rechts) und Ursula (links) am Hochaltar wurden von Pfarrer Kley am 7. Januar 1887 angeschafft.

Vor dem Marienaltar in einer Wandnische befindet sich ein Christus an der Geißelsäule - um 1780 nach dem Vorbild des Kerkerheilandes in der Wangener Spitalkirche angefertigt unter Pfarrer Greyßing. Bis 1999 war die Gruppe hinter einem Gitter. Unterhalb dieser Nische war früher ein Beichtstuhl in die Wand eingelassen.

In den Jahren 1904-1906 wurden neue bunte Fenster eingesetzt, die von der K. K. (kaiserlich-königlichen) Hofglasmalerei Fr. X. Zettler in München künstlerisch gestaltet wurden:

a) Altarraum links: Muttergottes mit dem Schwert in der Brust

b) Altarraum rechts: Christus mit Dornenkrone und Palmzweig

c) Kirchenschiff rechts: hl. Georg mit dem Drachen (wahrscheinlich auch auf dem rechten unteren Fresko im Altarraum dargestellt) - hl. Franz Xaver, Missionar in Indien und Japan - hl. Martin, Bischof von Tours, mit Gans

d) Kirchenschiff links: hl. Kreszentia (Anna Höß) von Kaufbeuren mit Kreuz (Pfr. jakob Greyßing erhielt als Student von ihr ein Kreuz, das später in seinem Grab in Pfärrich unversehrt ausgefunden wurde) - hl. Theresa von Avila - hl. Elisabeth von Thüringen mit den Rosen

Die Statue am Marienaltar stellt die Muttergottes mit Jesuskind als Maria Königin dar (Halbplastik, d. h. ohne Rücken). Es ist nicht bekannt, wann sie angeschafft wurde. Stilistisch gehört sie zur Spätgotik um 1500 ("Ulmer Schule" unter Michel Erhart).

Die Statue des hl. Josef am linken Seitenaltar wurde im Juli 1916 angeschafft und vom Bildhauer Schilt in Kißlegg angefertigt. Im Dezember 1923 wurde der Josefsaltar auf die linke Seite und der Marienaltar auf die rechte Seite verlegt.

Der neue Zelebrationsaltar und der Ambo wurden bei der Innenrenovation 1999 angeschafft. Sie sind aus rötlich-braunem griechischen Argos-Marmor gefertigt.

Kirchturm und Glocken

Das goldene Turmkreuz und die goldene Wetterfahne auf dem Turm wurden am 11. August 1886 erstmals angebracht. Bei der jüngsten Außenrenovation wurde am 10.  Dezember 2009 eine Urkunde in die Kugel des Kreuzes eingelegt.

Aus den Jahren 1680 und 1739 hat Karsee drei Glocken besessen: Die mittlere von 1680 hatten Leonard und Peter Ernst aus Lindau hergestellt; die große und die kleine von 1739 hatte Baptist a Porta aus Bregenz gegossen.

1907 hat Pfarrer Münst ein neues Geläute aus vier Glocken angeschafft. Am 27. Mai 1907 war Glockenweihe. Die große Glocke war dem hl. Michael geweiht, die zweite dem hl. KIlian und der hl. Ursula, die dritte der Hl. Familie und die kleinste Glocke dem hl. Laurentius. Im 2. Weltkrieg mussten die Glocken für den Kriegsdienst abgeliefert und eingeschmolzen werden. Am 26. Februar 1942 wurden sie mit Pferdeschlitten abgefahren. Die kleine Laurentius-Glocke durfte hier bleiben.

Am Sonntag, 30. August 1952, war wieder feierliche Glockenweihe unter Pfarrer Schwarz. Die große Glocke wurde der Hl. Dreifaltigkeit geweiht (Ton d, Gewicht: 1420 kg). Die zweite Glocke ist die Marienglocke (Ton f, 870 kg). Die dritte Glocke ist als Evangeliumsglocke Christus geweiht (Ton g, 620 kg). Die kleine Glocke ist die Wetter- und Totenglocke (Ton b, 360 kg).

Christkönigsberg

Die Pfarrkirche und die Christkönigssäule sind die Wahrzeichen von Karsee. Die Christkönigssäule auf dem Berg beim Hof in Oberwies zeigt "Christus, den König und Beherrscher der Völker". Sie wurde am 23. Mai 1937 eingeweiht. Der Berg (687 m NN) ist als der "Christkönigsberg" zum schönsten Aussichtspunkt und Wallfahrtsort unserer Gegend geworden. Die Säule hat ein 5 m tief betoniertes Fundament und ist 6 m hoch - die Statue zusätzlich 2 m hoch -  und 200 Zentner schwer. Seit 14. Juni 1981 wird jedes Jahr eine Bittprozession vom Kreuz in Riefen aus auf den Christkönigsberg gehalten - unter Beteiligung der Blutreiter von Karsee und Leupolz. Auf dem Berg wird dann eine hl. Messe gefeiert.

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